„Übersetzen kann jeder!“

Stimmt. Übersetzen kann jeder. Ihre Sekretärin, der Neffe des Geschäftsführers und sogar Onkel Google.

Spaß beiseite. Zum Übersetzen brauchen Sie folgende Voraussetzungen:

Sprachliche Ausbildung

Um übersetzen zu können und auch die Feinheiten des Ausgangstextes zu verstehen, sollte man die Fremdsprache studiert haben (oder eine entsprechende anderweitige Erfahrung vorweisen können), möglichst einschließlich Auslandsstudium. Alleine der Schulunterricht – wie einige Leute glauben – reicht nicht aus, um einen Text vollständig verstehen – geschweige denn übersetzen – zu können.

Sprachgefühl auch in der Muttersprache

Neben Rechtschreibfehlern darf es in einem übersetzten Text viele andere Dinge auch nicht geben: Kommafehler, verkorkste Satzstellungen, Bandwurmsätze, übertriebener Nominalstil, Deppenleerzeichen und vieles mehr. Die Liste der „don’ts“ ist schier unermesslich. Wir dagegen wissen nicht nur, was, wann und wo, sondern auch, wie man etwas sagt. Da werden Sätze mal zusammen- und mal auseinandergelegt oder aufwendigste Höflichkeitsfloskeln schnöde gekürzt. Gut, die Politik hat uns die Rechtschreibreform aufs Auge gedrückt, das ist ein wenig undankbar, aber ein Nebenkriegsschauplatz. Da hat es viele andere Berufsstände in den letzten zehn Jahren deutlich härter getroffen …

Umgang mit spezieller Software

Als Übersetzer arbeitet man in der Regel mit spezieller Software, sogenannten CAT-Programmen oder TEnT. Mit diesen Anwendungen wird eine einheitliche Terminologie gewährleistet, Dateien werden transformiert oder ausgerichtet (Alignment) oder Begriffe aus bestehenden Übersetzungen extrahiert. Wir können das und wissen, wie das geht. Für optimale Kompatibilität und perfekte Abstimmung auf das einzelne Projekt nutzen und beherrschen gleich mehrere dieser Programme. Und selbstverständlich greifen wir immer auf die modernsten Versionen dieser Anwendungen zurück – einschließlich entsprechender Fortbildungen …

Versierte IT-Kenntnisse und Layout-Arbeiten

Neben der Arbeit mit CAT-Programmen benötigen wir auch profunde IT-Kenntnisse – sei es die Übertragung einer HTML-Datei mit undankbarer deutscher Syntax, die Lösung eines Tag-Problems in einer InDesign-Datei. Und nicht wenige Aufträge bestehen aus eingescannten Seiten (von uns gerne auch als ‚Teufelszeug‘ bezeichnet). Für uns bedeutet das, diese Seiten zu konvertieren und ein lesbares, nachvollziehbares Layout zu erzeugen. Ebenso müssen wir bei Präsentationen nach dem Übersetzungs- und Korrekturprozess oftmals Textfelder korrigieren, Trennstriche einfügen oder Schriftgrößen anpassen.

Nicht zu reden von unserem technischen Fachwissen – und ohne den Larmoyanz-Modus einzuschalten.

Und wenn Sie diesen Text bis hierher gelesen haben, wissen Sie, wofür Sie Ihr gutes Geld ausgeben sollten.